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Der Seidenfächer: Roman

Der Seidenfächer - Lisa See Powered by Bookaddicted.de / Detailreiche Erzählung für China-InteressierteChina im 19. Jahrhundert. Lilie wächst in einer einfachen Bauernfamilie auf und kann sich eigentlich nichts sehnlicher wünschen, als halbwegs annehmbar verheiratet zu werden. Doch die Heiratsvermittlerin sieht etwas "Besonderes" in ihr: Sie schlägt Lilie für den Bund mit einer laotong, einer Weggefährtin, vor. Schneerose, ebenso jung wie Lilie, stammt aus einer wohlhabenden Familie aus der reichsten Stadt im Landkreis, Tongkou. Mit ihr geht Lilie den laotong-Bund ein. Fortan teilen die beiden Mädchen alles: Sie besuchen sich gegenseitig, stehen gemeinsam die grausame Tradition des Füßebindens durch und nichts kann ihre Freundschaft erschüttern. Bis Lilie eines Tages Dinge über Schneerose erfährt, die ihr den Boden unter den Füßen rauben und die die Freundschaft der beiden Mädchen auf eine harte Probe stellen.Auf "Der Seidenfächer" von Lisa See bin ich aufmerksam geworden, weil das Buch verfilmt wurde: Ende Juni 2012 kam er ins Kino und Ende November erscheint er auf DVD. Da ich das Buch gerne vorher lesen wollte, nahm ich es in Angriff.Zunächst kam die Geschichte recht langsam in Schwung und ich musste mich vor allem an die komischen Namen gewöhnen: Lilie und Schneerose, ok, aber dass die Geschwister mit "ältester Bruder" oder "dritte Schwester" bezeichnet wurden, war erst einmal ungewohnt. Die chinesischen Ortsnamen und - leider - wirklich wenigen chinesischen Worte, die im Buch vorkamen, machten mir als Chinesisch-Studierende keine Probleme. Man kann "Der Seidenfächer" aber definitiv völlig ohne (Vor-)Kenntnisse lesen.Trotz des recht gemächlichen Beginns war ich bis zum Schluss des Buches immer neugierig, wie es mit Lilie und Schneerose weitergehen mag und Geschichten über tiefe Frauenfreundschaften faszinierten mich schon immer. Leider kam durch die Erzählweise keine rechte Sympathie für die Protagonisten auf, obwohl Lilie die Geschichte aus ihrer Sicht in Ich-Form erzählt. Dies geschieht leider aber auf eine sehr distanzierte Weise.Das Große PRO an "Der Seidenfächer" ist eindeutig, dass man Vieles über die chinesischen Traditionen in Hunan erfährt, insbesondere über das Füßebinden und die vielen Heiratstraditionen und -zeremonien, die bis ins kleinste Detail geschildert werden. Wer sich dafür interessiert, wird Lisa Sees Bestseller sicher mögen.Hätte ich das Buch einzig und allein nur zur Unterhaltung gelesen, wären es wohl nur 3 Sterne geworden, da ich nicht recht mit den beiden Mädchen mitfiebern konnte. Außerdem ist der Text sehr narrativ, denn es gibt wenig wörtliche Rede und im Grunde handelt es sich um einen einzigen Monolog. Auch gab es für ein einmaliges Lesevergnügen zu viele Details über chinesische Gebräuche und Traditionen. Da ich mich aber andererseits für sowas interessiere, vergebe ich insgesamt 4 Sterne.